1. KiJuPa 1997 – 1999
Nach der Wahl mit hoher Beteiligung an den Marburger Schulen im April 1997 kam das KiJuPa am 6. Juni desselben Jahres erstmals zusammen. Erste Ideen zu einem Kinder- und Jugendparlament tauchten bereits 1994 auf. In den folgenden Jahren gab es mehrere Diskussionen über die genaue Ausgestaltung.
Die 47 Delegierten starteten mit dem „Marburger Abenteuerprojekt“ und der „Zukunftswerkstatt“ direkt in die parlamentarische Arbeit. Aus dem eigenen Etat wurde eine Skaterbahn in Wehrda sowie ein Bolzplatz am Richtsberg finanziert. Außerdem unterstützte das KiJuPa die Jugendarbeit am unteren Richtsberg. Mitreden konnten die Jugendlichen auch bei den Planungen für das Aquamar und sie wirkten dafür hin, dass der Schulhof der Martin-Luther-Schule erweitert wurde.
Gegen Ende des Jahres 1998 hielt der KiJuPa-Vorstand die erste Rede in der Stadtverordnetenversammlung. In den ersten beiden Jahren wurde zudem der Grundstein für die traditionellen politischen Fahrten nach Berlin gelegt, die in den kommenden Jahren regelmäßig stattfinden sollten.
2. KiJuPa 1999 – 2001
Das 2. KiJuPa nahm sich vor, aus den Erfahrungen der ersten Wahlperiode zu lernen, und führte eine „rote Karte“ für diejenigen ein, die während der Sitzungen zu komplizierte Wörter benutzten. Begleitet wurde das Gremium dabei stets von Stefanie Lambrecht aus dem Jugendbildungswerk.
Da die Stadt Marburg das kostenlose Busfahren für Schülerinnen und Schüler mit Schuljahresticket in den Ferien streichen wollte, forderte das Parlament, die eingesparten Gelder zu nutzen, um Fahrkarten in den Ferien für alle zu vergünstigen. Letztlich wurde die geplante Streichung nicht durchgeführt; stattdessen führten die Stadtwerke spezielle Schülerfahrkarten für die Ferienzeit ein.
Obwohl die Landesregierung 1998 das Wahlalter bei Kommunalwahlen auf 16 Jahre gesenkt hatte, erhöhte die neue CDU-geführte Landesregierung es wieder, noch bevor überhaupt eine Wahl stattfinden konnte. Das KiJuPa beschäftigte sich intensiv mit diesem Thema und organisierte mehrere Veranstaltungen dazu.
Wie bereits zuvor war auch die Spielplatzsituation ein Thema – diesmal besonders am mittleren Richtsberg und in der Oberstadt. Nach der Anlage in Wehrda finanzierte das KiJuPa auch eine Halfpipe in Bauerbach.
Um auf zunehmende rechte Gewalt zu reagieren, initiierte das KiJuPa einen Runden Tisch und die Aktion „KiJuPa gegen Rechts“.
Auch die Digitalisierung erreichte das Parlament: Die Kinder und Jugendlichen veröffentlichten ihren ersten Internetauftritt.
3. KiJuPa 2001 – 2003
Bei der Neuwahl des 3. Kinder- und Jugendparlaments im April 2001 wurde erstmals an (fast) allen Marburger Schulen gewählt – nur die Schüler*innen der Carl-Strehl-Schule durften lediglich beratende Mitglieder entsenden. Das vorherige KiJuPa hatte sich dafür eingesetzt, auch ihnen das Wahlrecht zuzugestehen. Dies war jedoch nicht möglich, da sie ihren Erstwohnsitz oft nicht in Marburg hatten. Das neue Parlament griff das Anliegen erneut auf und erreichte nach einiger Zeit eine Satzungsänderung durch die Stadtverordnetenversammlung.
„Per Mausklick durch Marburg“ hieß eines der ersten Projekte des neuen Parlaments: eine CD-ROM mit einem virtuellen Stadtrundgang für Kinder, der von der Elisabethkirche bis zum Schloss führte und auch die Arbeit des KiJuPa vorstellte.
Um ehrenamtliches Engagement zu fördern, startete der Vorstand einen Wettbewerb, der Kinder und Jugendliche zur Beschäftigung mit dem Thema anregen sollte. Aus dem Etat des KiJuPa wurden zahlreiche Projekte unterstützt, darunter der Jugendclub in Wehrda, ein Theaterfestival, die Initiative „Wolkenkratzer“ und eine Schulbücherei.
Nachdem die Arbeitsgruppe „Schule“ eine Ausstellung zur Situation der Schultoiletten auf dem Marktplatz organisiert hatte, konnte deren Sanierung in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen beschleunigt werden.
Bei all diesen Projekten arbeitete das KiJuPa eng mit Stadtrat Dr. Franz Kahle zusammen, der Ulrike Kober in der Zuständigkeit für das Parlament ablöste.
4. KiJuPa 2003 – 2005
Das von knapp 8.000 Jugendlichen gewählte Parlament setzte sich im Herbst dafür ein, dass die Haushaltskürzungen nicht die Angebote für Jugendliche betrafen. So konnte die Schließung der Jugendhäuser in Marbach und Cappel verhindert werden.
Um die Plätze in der Oberstadt attraktiver zu machen, schrieb die Stadt in Zusammenarbeit mit dem KiJuPa einen Wettbewerb aus. Am Ende entstanden unter anderem die Kugelbahn „Am Plan“, die Pferdeskulpturen und der Wasserlauf am unteren Steinweg. Über die verschiedenen Konzepte hatten die Kinder und Jugendlichen zuvor intensiv debattiert.
Das Dauerthema Öffentlichkeitsarbeit wurde verstärkt angegangen: Infotafeln an Schulen und neue Flyer wurden entworfen und die Zusammenarbeit mit den lokalen Medien ausgebaut. Auch mit der Sicherheit auf dem Schulweg beschäftigte sich das KiJuPa erneut, zum Beispiel mit einer Straßenüberquerung in der Wehrshäuser Straße, und arbeitete dabei eng mit den Stadtwerken zusammen.
Um etwas gegen Gewalt an Schulen im Landkreis zu unternehmen, organisierte das KiJuPa gemeinsam mit dem Kreisjugendparlament und professionellen Konflikttrainerinnen einen Workshop für Fünftklässlerinnen. Zusammen mit dem Marburger Weltladen wurde zudem eine Podiumsdiskussion über „Schule und Globalisierung“ veranstaltet.
Kinder und Jugendliche aus Ginseldorf berichteten in einer Sitzung von ihrem maroden Bolzplatz. Daraufhin setzte sich das KiJuPa nicht nur finanziell für eine Verbesserung ein, sondern beteiligte sich auch selbst aktiv bei einem Arbeitseinsatz. In direkter Nachbarschaft wurde ein neuer Fußballplatz in Schröck eingerichtet. Obwohl bereits im vorherigen Parlament behandelt, musste auch der Fahrradweg nach Ginseldorf erneut thematisiert werden.
5. KiJuPa 2005 – 2007
Das mittlerweile von Anna Gladigau vertretene KiJuPa gründete eine neue Arbeitsgruppe zum Thema „Kinderarmut, Werbung und Radio“ und setzte die Arbeit an einem Anti-Alkohol-Projekt mit dem Kinderschutzbund fort. Nachdem ein Plakat erstellt worden war, testete das KiJuPa verschiedene Geschäfte, Gaststätten und Tankstellen darauf, ob sie Alkohol an Minderjährige verkaufen.
Das 5. KiJuPa führte einheitlichen Merch ein, damit die KiJuPaler*innen künftig geschlossen auftreten konnten.
Um für mehr Verkehrsberuhigung zu sorgen, setzte sich das Parlament beständig für einen Zebrastreifen in Schröck ein und forderte mehr Verkehrskontrollen.
Ab dieser Legislaturperiode war das KiJuPa auch zu den Sitzungen des Sozialausschusses sowie des Kultur- und Schulausschusses eingeladen.
Weitere Aufenthaltsorte für Jugendliche am Richtsberg, der bereits seit 1986 schrittweise umgestaltet wurde, standen ebenfalls auf der politischen Agenda. Auch das dortige Schulgelände wurde mit Anregungen der jungen Parlamentarier*innen neu gestaltet.
Mit einem einstimmig angenommenen Antrag erreichte das KiJuPa die ganzjährige Pflege der Marburger Radwege. Gemeinsam mit dem Schülerrat organisierte es zudem den „Summer Jam“.
Für das Elisabethjahr 2007 hatte die Stadt unterschiedlichste Kulturveranstaltungen geplant, und die jungen Parlamentarier*innen stellten sicher, dass auch Angebote für Kinder und Jugendliche dabei waren. In dieser Wahlperiode begann auch die heutige Zuständige für das KiJuPa, Friederike Könitz, ihre Arbeit.
6. KiJuPa 2007 – 2009
Zum 10-jährigen Bestehen des Parlaments fand eine große Jubiläumsfeier unter dem Motto „Politicut“ statt. Das Jugendbildungswerk nahm dies außerdem zum Anlass, gemeinsam mit der Jugendförderung des Kreises eine Fachtagung auszurichten.
Am Aktionstag des Marburger Bündnisses für Familie im Rathaus stellte das KiJuPa die Ergebnisse einer Umfrage an den Schulen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor.
Auch das seit 2005 stattfindende Marburger Lesefest unterstützte das KiJuPa erneut und veranstaltete einen Lesemarathon mit den schönsten Geschichten von Astrid Lindgren.
Ein wichtiges Thema war erneut die Kinderarmut in Deutschland. Das KiJuPa tauschte sich dazu mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund aus, plante anschließend einen Verschenk-Flohmarkt für Schulartikel und strahlte bei Radio Unerhört eine eigene Sendung aus.
Mit der Fragebogenaktion „Mehr Sicherheit auf Marburgs (Schul-)wegen“ wurden die Bereiche mit dem größten Handlungsbedarf ermittelt.
Am Kornmarkt wurde der dritte Spiel- und Aufenthaltsort in der Oberstadt eingeweiht. An diesem Tag betreute das KiJuPa den Buttonstand sowie die Mal- und Bastelecke für jüngere Kinder und organisierte dort einen Malwettbewerb für das Cover des Projekts „Kinder- und Jugendstadtplan Marburg“.
Im Rahmen des Freundschaftsspiels Manchester United vs. VfB Marburg/Ballfreunde Richtsberg nahm das KiJuPa an einer Demonstration „Für Integration und gegen Rassismus“ teil.
Politisch setzte es sich u. a. für den Erhalt des Jugendzentrums „Connex“ in Marbach, zusätzliche Mülleimer in den Marburger Bussen, neue Spielgeräte für die MLS und einen Blitzer vor der Otto-Ubbelohde-Schule ein.
7. KiJuPa 2009 – 2011
Bei der KiJuPa-Wahl gab es zwar einen leichten Rückgang der Wahlbeteiligung, doch der Andrang auf die Kandidierendenliste war gewohnt hoch.
Der Hessische Demokratietag findet einmal im Jahr statt und bietet allen, die Demokratie lernen und leben wollen, eine Plattform. 2009 war Marburg Gastgeber – und das KiJuPa natürlich mit dabei.
Die Bronzebücher, die bei der Einweihung der Installation am Kornmarkt noch fehlten, hatte das KiJuPa in einer eigenen Arbeitsgruppe ausgewählt. Nun konnten die Texte von Erich Kästner und anderen bestaunt werden.
Um den Schülerpark auch in den Abendstunden sicher durchqueren zu können, initiierte das KiJuPa die Aufstellung von Laternen. Es beschäftigte sich außerdem intensiv mit der Taktung der Busse, die oft leer fuhren, obwohl eine kleine Anpassung sie für Schüler*innen nutzbar gemacht hätte.
Ein wichtiger Erfolg dieser Wahlperiode: Das KiJuPa setzte sich für den kostenlosen Eintritt in die Marburger Museen ein.
Anlässlich des Weltkindertages führte das KiJuPa eine Sammelaktion für Schulranzen durch, die an die Partnerstadt Sibiu/Hermannstadt in Rumänien gespendet wurden. Seitdem findet diese Aktion jährlich statt. Dazu kam eine künstlerische Mitmachaktion, die auf Kinderarmut aufmerksam machte.
Neu gegründet wurde außerdem die AG Antirassismus, die u. a. eine Lesung organisierte.
8. KiJuPa 2011 – 2013
Das KiJuPa suchte den Austausch mit Vertreter*innen aus Stadt-, Landes- und Bundespolitik. Am 9. Juni 2011 traf der Vorsitzende beim 14. Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff.
Wie so oft war das KiJuPa an Projekten beteiligt: etwa bei den Fußballtoren auf den Afföllerwiesen, beim Rolli-Karussell in Weidenhausen und bei vergünstigten Eintrittspreisen ins Aquamar. Auch gegen die Erhöhung der Kosten für Schulmittagessen setzte es sich ein und forderte, dass mehr Marburger Schulen kostenloses WLAN erhalten.
Um auf die Notwendigkeit von Kinder- und Jugendbeteiligung hinzuweisen, bildete das KiJuPa gemeinsam mit dem Kreisjugendparlament beim Event „Sit-to-Move“ eine Sitzkette um das Landratsamt.
Die traditionelle große Fahrt führte dieses Mal nach Hamburg. Außerdem besuchte das KiJuPa wie schon häufig den Hessischen Landtag, verfolgte eine Sitzung und sprach mit Abgeordneten.
Vom 17. bis 20. November 2012 nahm das KiJuPa am 1. Kinderrechtekongress in Leipzig teil, der vom Deutschen Kinderhilfswerk ausgerichtet wurde. Vier Tage lang ging es dort um Kinderrechte in Schule, Gesellschaft und Politik.
9. KiJuPa 2013 – 2015
Anstatt parallel in Arbeitsgruppen zu arbeiten, stellte das KiJuPa die Struktur auf Themenmonate um, in denen sich die Kinder und Jugendlichen jeweils mit einem Schwerpunktthema befassten.
Bereits Ende 2012 war das KiJuPa in die Neugestaltung des Brunnens in der Ritterstraße einbezogen worden. Mehr als ein Jahr dauerte es von der Planung bis zur Herstellung, bis der Brunnen im Dezember 2013 enthüllt werden konnte. Anfang 2014 wurde zudem ein Guckloch mit der Stadtsilhouette in die Brunnenwand eingelassen, durch das die Schlossuhr zu sehen ist – ein symbolisches Verbinden zweier historischer Orte.
Das Dauerthema Verkehr spielte erneut eine große Rolle. Es ging u. a. um einen Zebrastreifen für die Emil-von-Behring-Schule und zahlreiche Verkehrsprobleme.
Vom 11. bis 13. Juli 2014 fand im Technologie- und Tagungszentrum Marburg erstmals der Hessische Kinder- und Jugendkongress statt, organisiert vom KiJuPa Marburg und dem Kreisjugendparlament Marburg-Biedenkopf. 80 Kinder und Jugendliche aus ganz Hessen nahmen teil.
Beim Integrationswettbewerb „Move It“ sowie beim Kinder- und Jugendfilmfestival „Final Cut“ war das KiJuPa ebenfalls in der Jury vertreten.
10. KiJuPa 2015 – 2017
Die erste Aktion der neu gewählten Parlamentarierinnen drehte sich um Kreativität: 20 KiJuPaler*innen bemalten ein Tretboot „Haus der Jugend“ für das Marburger Ufercafé.
In Anträgen an die Stadtverordnetenversammlung forderte das KiJuPa u. a. einen direkten Radweg von Dilschhausen nach Marburg, neue Zebrastreifen, bessere Fahrradständer, attraktivere Schulhöfe und abwechslungsreicheres Mittagessen.
In der Frankfurter Straße wurde auf Initiative des KiJuPa eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h eingeführt. Auch der Eispalast konnte durch seinen Einsatz erhalten bleiben.
Obwohl Kinder und Jugendliche den Oberbürgermeister nicht wählen dürfen, organisierte das KiJuPa eine Umfrage zu deren Erwartungen. Die Ergebnisse wurden dem neuen Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies übergeben.
Um neu angekommene Flüchtlinge in Marburg zu unterstützen, startete das Projekt „Wir lernen uns besser kennen“. Dabei gab es gemeinsame Aktionen, Fachvorträge und einen theaterpädagogischen Workshop.
Das bereits 2011 beantragte Rolli-Karussell „Auf der Weide“ konnte 2016 eingeweiht werden. Zudem sollte der obere Richtsberg durch neue Aufenthaltsorte attraktiver werden.
11. KiJuPa 2017 – 2019
Das KiJuPa feierte sein 20-jähriges Jubiläum und nahm das zum Anlass, bei einem feierlichen Empfang auf seine Historie zurückzuschauen und ehemalige sowie aktive KiJuPaler*innen dazu einzuladen, diese mit Geschichten lebendig zu machen. Zusätzlich stieg natürlich eine große Feier im Haus der Jugend. Kurz zuvor wurde der langjährige Bürgermeister und Jugenddezernent Dr. Franz Kahle verabschiedet, der bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidierte.
Die Stadt Marburg erarbeitete ein Konzept zur Bürger*innenbeteiligung, an dem das KiJuPa aktiv mitwirkte.
Das bereits zuvor geforderte freie WLAN der Stadt wurde Ende 2017 umgesetzt.
Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies organisierte das KiJuPa am 16. Juni 2018 einen „Spendenlauf für mehr Chancengleichheit“.
Zusammen mit der Philipps-Universität startete das Projekt „Nachgefragt?!“, bei dem Kinder und Jugendliche Fragen an Expert*innen stellen konnten.
Auch beim jährlichen Kinderrechtekongress war das KiJuPa vertreten.
Da der Bolzplatz im Waldtal Mängel aufwies, beantragte das KiJuPa einen neuen Sportpark mit vielseitigen Angeboten. Zudem setzte es sich für Basketballkörbe an der Otto-Ubbelohde-Schule, eine neue Ampelschaltung in der Frankfurter Straße und weitere Sportflächen ein.
Am Ende dieser Wahlperiode präsentierten die jungen Parlamentarier*innen stolz ihren ersten KiJuPa-Vorstellungsfilm.
12. KiJuPa 2019 – 2021
Das Schwerpunktthema dieser Wahlperiode lautete „Klimawandel, Umweltbildung und Nachhaltigkeit“. Dazu tauschte sich das KiJuPa in Workshops und Videokonferenzen auch mit Jugendlichen aus Kolumbien aus.
Die Stolpersteinaktion wurde fortgeführt: KiJuPaler*innen und Interessierte erinnerten an die Opfer des Nationalsozialismus, indem sie Stolpersteine reinigten. Zudem übernahm das KiJuPa 2019 die Verantwortung für die Zettelkästen am „Garten des Gedenkens“ und wählte dazu Zitate aus Kinder- und Jugendbüchern aus.
Nach einem Antrag von 2015 konnte endlich ein neuer Bolzplatz auf dem Gelände des Evangelischen Kinderhorts in der Barfüßerstraße eingeweiht werden.
Auch das KiJuPa wurde von der Corona-Pandemie getroffen. Um die Arbeit fortzusetzen, trafen sich die Kinder und Jugendlichen online in einer wöchentlichen Sprechstunde. So konnten Anliegen besprochen oder einfach Freizeit und Schule thematisiert werden.
Bekannte Aktionen wurden kreativ angepasst: Die Stolpersteinaktion wurde etwa als „Actionbound“ umgesetzt, den man allein ablaufen konnte, und mit der Podcastreihe „Hör dich schlau!“ startete ein neues digitales Projekt.
Aufgrund der besonderen Bedingungen der Pandemie wurde die KiJuPa-Wahl um ein Jahr verschoben und die Legislaturperiode des 12. KiJuPas folglich verlängert.
13. KiJuPa 2022 – 2024
Im Jahr 2022 feierte die Stadt Marburg ihr 800-jähriges Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung. Auch das KiJuPa beteiligte sich aktiv an den Feierlichkeiten und brachte eigene Ideen in die Planung ein. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie organisierten sich die Parlamentarier*innen in Online-Meetings und erarbeiteten ihren Beitrag zum Stadtgeburtstag.
Nach Jahren der Pandemie konnte sich das KiJuPa dann endlich wieder vollständig in Präsenz treffen. Es nahm die reguläre Arbeit wieder auf und setzte sich unter anderem mit der Frage auseinander, wie Kinder- und Jugendpartizipation in anderen hessischen Städten – etwa Darmstadt oder Wiesbaden – gestaltet wird. Dabei suchte das KiJuPa bewusst den Austausch mit unterschiedlichen Modellen und Konzepten.
Der absolute Höhepunkt war der Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz, der in einer Sitzung des KiJuPas mit den jungen Parlamentarier*innen ins Gespräch kam – es enstand ein echter „Dialog auf Augenhöhe“, wie es der Vorsitzende des KiJuPas beschrieb.
Im Nachgang entstand die Idee, eine Umfrage mit den Kindern und Jugendlichen in Marburg durchzuführen, um deren Perspektive stärker in die Politik und Jugendarbeit einbeziehen zu können. Gesagt, getan, noch im selben Jahr wurden über 2.000 Schüler*innen befragt.
Ein Höhepunkt war die dreitägige Fahrt zum Hessischen Landtag nach Wiesbaden, bei der die KiJuPaler*innen am HOP!-Landesjugendkongress teilnahmen. In Arbeitsphasen, bei Freizeitangeboten und in der Jugendlounge trafen sie auf viele interessante Menschen und konnten sich vernetzen.
Im Herbst 2023 traf das KiJuPa zudem die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Bärbel Kofler, um über globale Jugendthemen ins Gespräch zu kommen.
Auch in Marburg selbst zeigte das KiJuPa Haltung: Mit einer Rede auf der Demo „Marburg gegen Rechts“ positionierte es sich klar gegen Rechtsextremismus. Darüber hinaus unternahm es eine Bildungsfahrt nach Berlin, bei der die Jugendlichen das politische Leben in der Hauptstadt erkundeten und ihre Erfahrungen in die lokale Arbeit einfließen ließen.
14. KiJuPa 2024 – 2026
Am 25. April 2024 trafen sich die 96 frisch gewählten KiJuPaler*innen zur konstituierenden Sitzung im Cineplex Marburg. Die Legislatur begann gleich mit einem Rekord: Über 100 KiJuPalerinnen und Teamerinnen brachen am 07. Juni zum Kennenlerntreffen auf die Burg Hessenstein auf, um die neuen Schwerpunkte für die kommende Legislaturperiode festzulegen. Bereits davor waren mit 486 Schüler*innen so viele zur Wahl angetreten, wie nie zuvor.
Wie in den Jahren zuvor engagierte sich das KiJuPa mit einem Stand auf dem Marburger Weltkindertag für die Rechte von Kindern und Jugendlichen, sprach ein Grußwort zum Antikriegstag, hielt eine Rede auf der Demo „Gemeinsam für Demokratie – Nie wieder ist jetzt!“ und präsentierte einen Vortrag auf dem landesweiten Kongress des Kompetenzzentrums Bildungssprache Deutsch.
Im Rahmen von verschiedenen Spielplatzchecks wurden die Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche überprüft.
In der Themenreihe „Marburg: Stadt der Vielfalt“ informierten sich die Mitglieder über verschiedene Kulturen und Perspektiven. Sie suchten den Dialog mit Vereinen und Initiativen, darunter die Islamische Gemeinde, Dialog maxium e.V., das Bewohnernetzwerk für soziale Fragen e.V. und das evangelische Jugendhaus Compass.
Um Kindern und Jugendlichen mehr Orientierung zu bieten, wurde die Haltestelle direkt vor dem Jugendhaus auf Antrag des KiJuPas hin in „Friedrichstraße/Haus der Jugend“ umbenannt.
Die große KiJuPa-Umfrage konnte nach ausgiebiger Auswertung im Sommer 2025 endlich in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt werden..